Sicher und selbstständig zu Hause: 12 praktische Tipps
Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben. Mit ein paar einfachen Veränderungen wird das Zuhause deutlich sicherer. Vieles davon kostet nichts. Dieser Ratgeber ist bewusst ohne Produktempfehlungen.
Stürze vermeiden
- 1. Stolperfallen entfernen: Lose Teppiche, Kabel auf dem Boden, Türschwellen und herumstehende Gegenstände sind die häufigsten Ursachen für Stürze. Gehen Sie einmal bewusst durch jeden Raum.
- 2. Licht, vor allem nachts: Der Weg vom Bett zur Toilette sollte beleuchtet sein. Ein Nachtlicht mit Bewegungsmelder oder eine Lampe direkt am Bett verhindert Stürze im Dunkeln.
- 3. Das Bad sichern: Rutschfeste Matten in Dusche und Wanne und ein fester Halt beim Aufstehen machen einen großen Unterschied. Das Bad ist einer der gefährlichsten Orte im Haus.
- 4. Feste Schuhe statt Pantoffeln: Hausschuhe mit fester Ferse und rutschfester Sohle geben mehr Halt als Socken oder offene Latschen.
- 5. In Bewegung bleiben: Regelmäßige Bewegung und Gleichgewichtsübungen stärken Muskeln und Balance. Viele Sportvereine, Volkshochschulen und Seniorenorganisationen bieten Kurse zur Sturzprävention an.
Für den Notfall vorbereitet sein
- 6. Notfallmappe anlegen: Eine Liste der Medikamente, Vorerkrankungen, Allergien, Kontaktdaten von Hausarzt und Angehörigen sowie Kopien von Versichertenkarte und Patientenverfügung. Bewahren Sie sie an einem festen, gut sichtbaren Ort auf, etwa an der Kühlschranktür.
- 7. Notfallkontakte ins Handy: Speichern Sie wichtige Nummern unter gut erkennbaren Namen („Tochter Anna“ statt nur „Anna“). Viele Handys haben zudem eine Funktion für medizinische Notfalldaten auf dem Sperrbildschirm.
- 8. Zweitschlüssel hinterlegen: Bei Nachbarn oder Angehörigen, damit im Notfall niemand die Tür aufbrechen muss.
- 9. Tägliches Lebenszeichen vereinbaren: Ein kurzer Anruf oder eine Nachricht zur festen Uhrzeit. Bleibt sie aus, weiß jemand, dass er nachschauen sollte.
Gesundheit im Blick
- 10. Medikamente regelmäßig überprüfen lassen: Wer viele Medikamente nimmt, sollte sie einmal im Jahr mit Arzt oder Apotheke durchgehen. Manche Wirkstoffe oder Kombinationen erhöhen die Sturzgefahr, zum Beispiel durch Schwindel.
- 11. Augen und Ohren testen lassen: Schlechtes Sehen erhöht die Sturzgefahr, schlechtes Hören führt zu Rückzug. Beides lässt sich oft gut behandeln.
- 12. Kontakte pflegen: Einsamkeit ist ein unterschätztes Gesundheitsrisiko. Seniorentreffs, Nachbarschaftshilfe oder regelmäßige Telefonate halten geistig fit und sorgen dafür, dass jemand merkt, wenn etwas nicht stimmt.
Wo Sie Hilfe bekommen
Viele Städte und Gemeinden bieten kostenlose Wohnberatung an: Fachleute kommen ins Haus und zeigen, was sich verbessern lässt. In Deutschland helfen Pflegestützpunkte und Wohlfahrtsverbände, in der Schweiz zum Beispiel Pro Senectute und das Schweizerische Rote Kreuz. Bei Umbauten wie einem barrierefreien Bad kann es Zuschüsse geben. Fragen Sie vor Beginn der Arbeiten nach.
Dieser Ratgeber ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.